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Anatomie

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Wieso haben Katzen sieben Leben?

Jeder kennt das Sprichwort „Katzen haben sieben Leben“. Aber woher kommt das eigentlich?


Natürlich haben Katzen keine sechs Leben mehr, sondern nur eines. Der Ausdruck kommt ganz sicher daher, weil Katzen sehr oft Stürze von großen Höhen unbeschadet überleben. Durch einen Stellreflex und ihrer extrem flexiblen Wirbelsäule dreht sich die Katze sehr schnell und landet so auf ihren sanften Pfoten, wobei die Energie des Aufpralls durch die Federung fast vollständig entweicht.. Außerdem beschleunigt die Katze im Fall nicht mehr als 80 km/h. Tierärzte aus New York fanden heraus, dass Katzen, die aus dem 3.,4. oder 5. Stock gefallen sind, schwerere Verletzungen aufweisen, als welche, die von höher fielen. Eine Katze stürzte sogar mal aus einem 32. Stockwerk und erlitt nicht mehr als ein paar Blessuren. Dazu braucht sie die richtige Zeit, um sich drehen zu können.

Das Überleben dieser gefährlichen Stürze konnten die Menschen sich damals nicht erklären. So schien die Katze unverletzbar und man nahm an, dass sie mehr Leben hätte als nur eins. Besonders im Mittelalter verband man mit ihr Hexerei und Teufelswerk, sodass sie gejagt und getötet wurden. Man warf die Tiere z.B. von hohen Kirchtürmen, doch eben das überlebten sie meistens und so wurde die Katze den Leuten noch unheimlicher. Man dachte, dass in ihrem Körper Dämonen leben und so mehr Leben besitzt als nur eins.

Sieben oder neun Leben?

Manchmal hört man ja auch statt der Sieben die Neun. Das stammt ganz einfach aus dem Englischen. Im englischen Sprachgebrauch heißt es, dass Katzen neun Leben hätten.

Ob sieben oder neun, beides will sagen, dass die Katze „unsterblich“ sei. Die Zahlen wurden dabei auch nicht einfach aus der Luft gegriffen. Die 7 steht für das Vollkommene, der Summe aus der Dreifaltigkeit Gottes (Gott Vater, Gott Sohn und der Heilige Geist) plus den vier Elementen (Feuer, Wasser, Erde und Luft). Zudem gibt es 7 Todsünden, 7 Tugenden, in 7 Tagen wurde die Welt erschaffen usw. Die 7 ist also eine wichtige Symbolik.

Die Zahl 9 steht für das Teuflische und Böse.

Fellmuster

Katzen können sehr unterschiedliche Fellmuster besitzen. Aber eins ist immer gleich: Alle Katzen sind (mehr oder weniger) Tabbys, welches das ursprüngliche Muster der Katze ist. Durch Auslesezucht entstehen Muster wie Flecken, Bänderung und Abzeichen. Eigentlich würden diese Mutationen das Tier in freier Wildbahn gefährden aber seit die Katze in menschlicher Obhut steht und sich ihr Futter nicht selbst erarbeiten muss, ist die Tarnung als Schutzfaktor nicht mehr so wichtig.

Tabby

Tabby ist ein Muster, das schon der Vorfahrin, der afrikanischen Falbkatze, eine perfekte Tarnung gewährleistete. Die einzelnen Haare zwischen den Tabbystreifen oder -flecken sind in der Basis hell und an der Spitze dunkler. Durch diese Bänderung (Ticking) entsteht ein „Pfeffer- und Salz-Effekt“, der die Katze mit ihrer Umgebung verschmelzen lässt.

Jede Katze besitzt das Tabby-Gen in sich. Wenn sich eine einfarbige Katze (verkleideter Tabby) mit einem Tabby paart, findet man unter den Jungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Tabbys.

Es gibt vier verschiedene Varianten des Tabbys:

  • getigert (mackerel)

  • getupft (spotted)

  • gestromt (blotched, classic)

  • getickt (ticked)

Colourpoint

Katzen mit Colourpoint-Muster haben ein helles Fell mit dunklen Abzeichen an Ohren, Gesicht, Füßen, Schwanz und Nase. Diese Färbung wird durch ein wärmeempfindliches Enzym in der Haut ausgelöst. An bestimmten Körperstellen ist die Körpertemperatur der Katze niedriger und dort färbt das Enzym das Fell. Das diese Reaktion wirklich mit der Wärme zusammenhängt, sieht man an jungen Colourpoints, denn diese kommen komplett weiß auf die Welt. Außerdem sind Katzen in kälteren Regionen dunkler als jene in wärmeren. Colourpoint (auch Himalayan genannt) ist eine aus Asien kommende Färbung. Die meisten asiatischen Rassen wie die Siam weisen Abzeichen vor. Bei der Siamkatze kommen diese sehr gut zum Vorschein, bei der Burma ist der Kontrast schwächer.

Schildpatt

Dieses Muster besitzen meist nur weibliche Katzen. Kater mit Schildpatt-Muster (auch Tortie) haben ein überschüssiges X-Chromosom. Die Folge davon ist Zeugungsunfähigkeit. Tortie wird durch das Vorkommen von EU-Melanin und Phäo-Melanin hervorgerufen. Das führt dazu, dass die Katze sowohl Schwarz als auch Rot besitzt oder sonstige Farben, auch Verdünnungen wie Creme, Blau usw. Es ist aber immer Schwarz als Grundfarbe im Fell enthalten.

So wird Schwarz-Rot als Chocolate-Schildpatt bezeichnet, lilac-cremefarbend Schildpatt als Lilac-Schildpatt und Schildpatt mit Weiß Weiß-Schildpatt. Die Farbflecken können groß und klar sein oder ineinander überlaufen. Katzen, die in ihrem Schildpatt einen Weißanteil haben, heißen Calico.

Calico mit Blau und Crem

Besitzt die Katze mit dem Schildpatt auch das Tabby-Muster, spricht man von Torbie. Calicos sind ausschließlich Kätzinnen. Nur in den seltesten Fällen gibt es Calico-Kater, und wenn sind sie meist unfruchtbar. Übrigens werden dreifarbige Katzen in vielen Kulturen als Glücksbringer gesehen, z.B. wird die Maneki Neko aus Japan oft dreifarbig bemalt.

Tortie + Tabby = Torbie

Das Fellmuster kann auch eine Rasse ausmachen. Abessinier besitzen das spezielle Abessiniertabby, Ocicats macht ihr getupftes Fell aus und Siamkatzen ihre Abzeichen.

 

Abessinier-Tabby

 

 

Abzeichen bei Siamkatze

 

Fellfarben

Anfangs bestand das Fell der Katze aus gebänderten Agoutihaaren, welche in ihrer natürlichen Umgebung zur Tarnung dienten. Als Agouti bezeichnet man die Wildfarben, also die ursprüngliche Fellfarbe der Katze. Das einzelne Haar ist bei dieser Färbung in eine helle Grundfarbe und dunkle Bänderung unterteilt und somit zweifarbig. Die Bänderung der einzelnen Haare ist unregelmäßig, sodass kein Haar dem anderen gleicht.

 

Agoutihaar einer Katze

 

Durch Mutationen entstanden bei Klein- sowie Großkatzen (z.B. Panther) einheitlichere Farben wie Schwarz. Dann folgten Rot und Weiß und eine Vermischung der reinen Farben. Durch diese wenigen genetischen Veränderungen wurde die heutige Farbenvielfalt geschaffen.

 

Für die Merkmale einer Katze sind bestimmte Gene zuständig.

 

Pigmentierung

Für die Farbe der Fellhaare ist, wie bei allen Tieren und Menschen, ein bestimmtes Hormon, das Melanin verantwortlich. Je nach Menge und Art bewirkt es verschiedene Farben. Eumelanin macht das Fell Schwarz und Braun, während Phenomelanin Rot und Gelb erzeugt. Alle Farben gründen auf dem Fehlen oder Vorhandensein dieser Pigmentstoffe im Schaft eines jeden Haares. Pigment wird in Hautzellen, die man Melanozyten nennt, hergestellt. Wie die Zellen verteilt werden, ist in den Genen festgelegt. Besitzt die Katze einheitliches Nicht-Agoutihaar, wird sie als einfarbig bezeichnet.

Farbdichte

Das Fell der Katze kann kräftig (Schwarz, Chocolate, Cinnamon und geschlechtsgebundenes Rot) oder verdünnt (Blau, Lilac oder Fawn) erscheinen. Dafür sind bestimmte Gene zuständig. Eine rote Katze besitzt dann ein dominantes Gen für die Farbdichte (D), das intensive Farben hervorruft, in dem Fall ein starkes Rot. Hat die rote Katze aber zwei Verdünnungsgene (d), bekommt das Fell einen helleren Ton der Farbe und Rot wird zu Creme.

Manche Züchter meinen, es gebe ein Modifizierungsgen (Dm), das über das Gen d dominiert, aber an einer anderen Stelle des Chromosoms sitzt und so mit d „auftreten“ kann. Eine Katze mit beiden Merkmalen – dd und Dm – hat die „modifizierte“ Farbe Apricot (bei Rot).

Die Farben und die dazugehörigen Verdünnungen:

Schwarz –> Blau

 

 

Schwarz

 

 

Blau

 

 

Braun –> Chocolate –> Lilac

 

 

Braun

 

 

Chocolate

 

 

Lilac

 

Hellbraun –> Cinnamon –> Fawn

 

 

Cinnamon

 

 

Fawn

 

Rot –> Creme

 

 

Rot

 

 

 

Creme

 

 

Rot – geschlechtsgebunden

Das Rot und Orange bei Katzen wird durch das geschlechtsbestimmende X-Chromosom hervorgerufen. In seiner dominanten Form (O) entsteht Rot, in der rezessiven, also zurückgetretenen Form (o) lässt es jede andere Farbe durchscheinen. Ein Kater kann, da er männlich ist und folglich das XY-Chromosom hat, immer nur eine Kopie des Gens besitzen. Hat er ein O, so ist er rot, mit einem o, trägt er irgendeine andere Farben. Die Kätzin aber kann aufgrund ihrer XX-Chromosomen-Kombination über zwei Kopien des Gens verfügen (zwei Kopien von O = Rot, zwei Kopien von o = andersfarbig). Das war jetzt kompliziert… Aber einfach gesagt: Meistens sind rote Tiere Kater, seltener kommen ganz rote Weibchen vor. Auch wird manchmal behauptet rote Katzen wären taub oder unfruchtbar, aber das ist wissenschaftlich nicht erwiesen (ich persönlich halte es für völligen Quatsch -.-).

 

 

 

 

 

Östliche und westliche Farben

Für traditionell westliche Farben stehen Schwarz und seine Verdünnung Blau wie auch Rot und seine Verdünnung Creme, außerdem noch Zweifarbig (Bi-Colour) und Weiß. Nur diese Farben besaßen westliche Rassen wie Britisch, Amerikanisch und Europäisch Kurzhaar, die Maine Coon und die Norwegische Waldkatze. Heute werden aber auch andere Farben gezüchtet, die von den großen Katzenverbänden anerkannt werden.

Unter den traditionell östlichen Fellfarben versteht man Chocolate und seine Verdünnung Lilac, außerdem Cinnamon und seine Verdünnung Fawn.

Ob östlich oder westlich ist nicht mehr so wichtig. Seit einiger Zeit werden Britisch Kurzhaar auch in östlichen Farben gezüchtet und bei der Burma ist das westliche Rot oder Creme auch sehr beliebt.

 

Britisch Kurzhaar in Fawn

 

Weiß und Zweifarbig (Bi-Coulour)

Weiß gilt bis heute in unserer Kultur als Farbe der Unschuld und des Guten. So zählten weiße Katzen im Europäischen Mittelalter, im Gegensatz zur schwarzen Katze, als Glücksbringer. In der Türkei sollen weiße Katzen mit zweifarbigen Augen, also blau und bernsteinfarbend, nach dem Glauben auch Glück bringen.

Weiß dominiert über alle anderen Farbgene. Dies trifft auf einfarbig Weiß (W) genauso zu wie für die Weißfleckung (S), durch die zweifarbiges Fell entsteht. Ein weißes Haar enthält keinerlei Pigmente. Doch genetisch gesehen, ist auch eine reinweiße Katze farbig und gibt dieses Farbpotenzial an ihre Nachkommen weiter. Weiße Katzen besitzen das dominante W-Gen, das keine anderen Farben zulässt. Auf dem Kopf neugeborener Katzenbabys kommt oft eine verdeckte Farbe zum Vorschein, die sogenannte „Kätzchenklappe“. Wenn das Katzenjunge heranwächst, macht der Farbfleck dem weißen Fell Platz. Bei weißen Katzen ist das Risiko hoch, dass sie taub werden, was durch das Verbinden der W- und S-Genen hervorgerufen wird. Dies passiert bei weißen Katzen mit blauen Augen häufiger als bei gelben oder orangen Augen.

Alibino-Weiß ist bei Katzen extrem selten.

Ist das Fell der Katze Weiß mit Farbflecken, so spricht man von Bi-Colour.

 

schwarz-weiße Katze

 

Die 7 Sinne der Katze

In diesem kleinem Video werden die Sinne der Katze erklärt:

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