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Geparde, Wildkatzen

Der Gepard

Tierischer Porsche

Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist als schnellstes Landtier der Welt bekannt. Das verdankt er seinem äußerst flexiblem Rückgrat und seinem langen, schlanken, geschmeidigen Körper, womit er in nur zwei Sekunden von 0 auf 70 km/h kommt. Im Sprint erreicht der Gepard locker Geschwindigkeiten über 100 km/h, diese aber hält er nur für kurze Zeit durch, weil der Körper schnell überhitzt. So dauern die meisten Verfolgungen nicht mehr als 20 Sekunden und erschöpfen den Jäger so sehr, dass er eine halbe Stunde lang Pause machen muss, erst dann hat er genug Kraft zu fressen oder sie gar zu seinen Jungen zu schleppen. Da der Gepard seine Beute nicht wie der Leopard auf Bäume hoch tragen kann, stellen Löwen oder Aasfresser wie Hyänen eine große Gefahr dar. Um diesen Fressfeinden aus dem Weg zu gehen, jagen Geparden während des Tages, oft auch in den heißen Mittagsstunden.

Der lange Schwanz hält beim Sprint das Gleichgewicht und dient zusätzlich als Steuerruder.

Die Pfoten des Geparden unterscheiden sich sehr von den anderer Katzen. Die Sohlenpolster sind härter und besitzen Rillen wie Reifen, außerdem kann er seine Krallen nicht einziehen, sodass sie wie Spikes wirken, doch dafür immer stumpf sind. Das sorgt für bessere Traktion. Einer Sage der Buschmänner nach schenkte der Wildhund dem Geparden seine Pfoten als Zeichen der Wertschätzung, nachdem er das Mitleid des Geparden mit seinem Konkurrenten gesehen hatte. Dieser hatte sich beim Wettrennen um Titel des schnellsten Tieres ein Bein gebrochen.

Geparden unterscheiden sich in vielen Punkten von anderen Großatzen: Sie können z.B. nicht brüllen, geben aber Laute von sich, was einem Schnurren nah kommt.

Das Fell des Geparden ist gelbfarben bis ocker und ist mit schwarzen Punkte bedeckt. Das Gesicht ist dunkler gefärbt und besitzt um die Schnauze zwei Streifen, die man Tränenstreifen nennt. In einer Legende der Zulu wird erzählt, wie es zu der Gesichtszeichnung kam: Ein fauler Jäger habe einen Wurf junger Geparden gestohlen, um diese zur Jagd einzusetzen. Als die Mutter das Verschwinden ihrer Kinder bemerkte, weinte sie einen ganzen Tag und eine ganze Nacht, bis ein Stammesangehöriger sie hörte. Daraufhin erfuhr er von der Gepardenmutter, was geschehen ist. Der Mann erzählte es dem Stammesältesten und der Jäger wurde daraufhin aus dem Dorf verbannt, weil er ehrlos andere Hilfsmittel zur Jagd benutzen wollte anstatt seine eigene Kraft. Die Jungen wurden ihrer Mutter zurückgegeben, aber die Tränen haben sie für ihr ganzes Leben lang gezeichnet – und all ihre Nachfahren.

Der wissenschaftliche Name "Acinonyx" kommt aus dem Altgriechischen und ist aus den Wörtern für "unbeweglich" und "Kralle" zusammengesetzt. Der Gepard kann seine Krallen nämlich nicht einziehen.

Der Gepard besitzt unter den Katzen einen Sonderstatus. Mit dem kleinen, runden Kopf, dem schlanken Körper und den langen, dünnen Beinen ähnelt er eher einem Windhund. Er erreicht eine Länge von 150cm, der Schwanz ganze 70cm und eine Schulterhöhe von 80cm. Obwohl er deutlich größer ist als der Leopard, wiegt der Gepard nur 38 – 63 kg. Sogar die Nasengänge sind breiter, aber dafür ist das Gebiss kleiner und somit schwacher. Auch Lungen, Bronchien und Nebennieren sind stark vergrößert.

Der englische Name "Cheetha" leitet sich aus dem Sanskrit-Wort "chita" her, was "Der Gefleckte" bedeutet.

Bevorzugte Beutetiere sind kleinere Huftiere wie Gazellen oder Impalas. Zebras oder Gnus sind für die schnelle Raubkatze unbezwingbar, doch manchmal besteht die Möglichkeit eines der Jungtiere zu erwischen. Zuerst nähert er sich seinem Opfer 50 – 100m an und stürmt dann mit seiner typischen Schnelligkeit auf das Tier. Der Jäger überrennt die fliehende Beute einfach und bringt sie mit seiner vorstehender Daumenkralle zu Fall. Danach wird die Beute erstickt, entweder indem er Mund und Nase zuhält oder die Kehle zudrückt, da der Gepard nicht wie Löwen oder Leoparden genug Kieferdruck aufbringen kann, um dem Opfer das Genick zu brechen. Diese Hetzjagd ist vergleichbar mit denen von Caniden (Hunde) wie Wölfen und hat eine Erfolgsquote von 50 – 70%.

Gepard mit erbeuteter Impala

Simulation einer Hetzjagd im Zoo

Der Gepard ist heute hauptsächlich in Afrika zu finden, eine kleine Gruppe von ca. 100 Tieren lebt noch im Iran. Früher waren die Großkatzen über weite Gebiete bis Indien verbreitet. Durch die Wegnahme des Lebensraums und Bejagung von heimischen Viehzüchtern ist die Zahl der wildlebenden Geparden stark gesunken, sodass heute schätzungsweise 9000 – 15 000 Tiere überwiegend in Steppengebieten leben. Die Art wird vom IUCN auf der roten Liste als „gefährdet“ eingestuft, wobei einige Unterarten wie der Asiatische Gepard vom Aussterben bedroht gelten.

Verbreitungsgebiet des Gepards

Wie bei Leoparden können auch bei Geparden Mutationen auftreten. Beim Königsgepard ist das der Fall: Seine Punkte sind zu Streifen und größeren Flecken zusammengeschmolzen. Damals galt er als eine Unterart des Geparden, jedoch können diese Exemplare in jedem Gepardenwurf vorkommen, wenn sie auch nur sehr selten sind. Bis in die 70er Jahre zweifelte man Bestehen dieses Tieres an. Durch seine auffällige Fellzeichnung ist er leicht erkennbar, auch wenn nur wenige Tiere in der freien Wildbahn gesehen wurden. In Gefangenschaft werden sie mit großem Interesse gezüchtet.

Ein Königsgepard

Geparden zählen zu den geselligeren Katzen. Männchen, meist Brüder schließen sich oft zu kleinen Gruppen, die Weibchen bleiben, außer wenn sie Junge haben, die meiste Zeit allein. Übers ganze Jahr sind sie paarungsbereit. Nach 95 Tagen Tragezeit bringt die Mutter 3-5 Junge in einem Bau zur Welt. Die Sterblichkeitsrate der Babys liegt bei 80 – 90%, was hart klingen mag, jedoch einen natürlichen Ausgleich zwischen Jäger und Beute bewahren soll.

Gepardenbabys wiegen bei der Geburt 250 – 300g, sind zu Beginn blind und machen bis zur zweiten Woche zum ersten Mal die Augen auf. Mit sechs Monaten fangen sie an Fleisch zu fressen. Jungtiere besitzen eine wollige Rückenmähne, die als Tarnung in der offenen Savanne dient und nach vier Monaten wieder verschwindet.

Gepardenjunges mit deutlicher Rückenmähne

Da die Jungen ständig Gefahren wie Löwen oder Leoparden ausgesetzt sind, wechselt die Mutter alle fünf Tage das Versteck. Wenn sie ihre Kinder zur Jagd allein lassen muss, wartet sie bis zur Dunkelheit, bevor sie zur Höhle zurückkehrt. Mit 2 Jahren verlassen die jungen Geparden ihre Mutter und die Geschwister bleiben noch einige Zeit zusammen. Sobald die Weibchen geschlechtsreif werden, trennen sie sich von der Gruppe und gehen ihre eigenen Wege, oft bleiben die Brüder noch zusammen. Geparden können ein Lebensalter von 15 Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch noch älter.

Gepardenfamilie

Illustration eines Geparden

Früher waren Geparden beliebte Haustiere reicher Fürsten. Diese zähmten sie und nutzten die Katzen zur Jagd, woher auch der Name „Jagdleopard“ stammt. Im Mittelalter weckte dieser exotische Sport auch das Interesse europäischer Adliger. Die Tiere waren Statussymbole und wurden auf Kissen auf Pferden ins Jagdrevier gebracht. Erwachsene Tiere waren einfacher zu dressieren als Jungtiere. Großmogul Akbar von Indien soll 9000 Jagdgeparden gehalten und die meisten sogar selbst trainiert haben.

Gezähmter Gepard

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Ich bin ein wirklicher Katzen-Narr. Mit meiner Seite möchte ich Euch mehr in die interessante Welt der Katzen bringen.

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